Wasser filtern

Wasser kann in verschiedener Hinsicht verunreinigt sein, sodass Du Dich durch das Trinken in Lebensgefahr bringen könntest. Im Krisenfall oder auch bei einer Abenteuerwanderung musst Du Wasser also unbedingt reinigen und filtern.

Grundsätzlich kannst Du Wasser aus Quellen ohne vorherige Reinigung trinken. Der Knackpunkt hier ist aber herauszufinden, ob es sich wirklich um die Quelle bzw. einen quellennahen Abschnitt z. B. eines Gebirgsbaches handelt. In der Nähe von Siedlungen oder intensiver Landwirtschaft kann die Wasserqualität kritisch beeinträchtigt sein. Im Zweifel solltest Du das Wasser prüfen, indem Du es auf sichtbare Verunreinigungen untersuchst, eine Geruchsprobe und wenn möglich eine Geschmacksprobe nimmst.

Bestimmte chemische Rückstände wie Schwermetalle und schädliche Salze oder Mineralien kannst Du mit einem Wassertest identifizieren. Bitte beachte, dass solche Schnelltests nur Indikatoren sind, und filtere Dein Wasser zur Sicherheit stets hinreichend.

Welche Verunreinigungen kann Wasser enthalten?

  1. Mechanische Verunreinigungen: grobe Schmutzteile wie Dreck, Fäkalien, Sand, Insekten
  2. Chemische Verunreinigungen: Rückstände wie Medikamente oder Industrieabfälle, Schwermetalle, Dünger und Pestizide, Fäkalienrückstände
  3. Mikrobische Verunreinigungen: verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien oder Parasiten

Die gute Nachricht: Du kriegst sie alle aus Deinem Wasser raus. Die schlechte Nachricht: Für jeden Typus benötigst Du eine eigene Methode (oder Kombiprodukte). In jedem Fall musst Du alle drei Typen von Verunreinigungen, soweit vorhanden, rausfiltern. Doch der Reihe nach.

1. Mechanische Verunreinigungen kannst Du auf verschiedene Art und Weise filtern:

Stoff: Hierfür eignet sich ein Geschirrtuch oder T-Shirt, durch das Du das Wasser laufen lassen kannst. Unterwegs kannst Du auch Deine Wechselsocke aus dem Notfallrucksack zaubern.

Kaffeefilter: Als Vorfilter kannst Du auch zwei handelsübliche Kaffeefilter (übrigens im Ernstfall auch ein guter Tauschartikel) übereinander verwenden.

selbstgebauter Filter aus Naturmaterialien: Befülle eine leere Plastikflasche oder ein anderes tonnenförmiges Gefäß wie folgt (Schichten außer Stoff zu etwa gleich hohen Anteilen): Stoffstück (z. B. von einem T-Shirt), grober Kies, feiner Kies, gewaschener Sand, Watte oder ein weiteres Stoffstück, gewaschene Holzkohle, feiner Kies, Stoffstück. Die Holzkohle filtert auch bereits chemische Verunreinigungen heraus, siehe unten. Für ölige Verunreinigungen kannst Du im Notfall eine Extraschicht Tier- oder Menschenhaare einfügen. Die Materialien müssen so dicht geschichtet sein, dass das Wasser nur tropfenweise durchrinnt.

2. Chemische Verunreinigungen kannst Du wie folgt aus dem Wasser entfernen:

Mit einem Kohlenstoffilter

Aktivkohle hat eine enorm große Oberfläche und ist daher hervorragend geeignet, um chemische Rückstände aus Deinem Wasser zu filtern. Wir können Dir einen sehr guten Filter empfehlen.

Der Katadyn Combi Filter hat einen großen Vorteil: Er verfügt über eine Aktivkohlefilterung, mit der Du chemische Rückstände aus Deinem Wasser bekommst, und einen Keramikfilter, der Mikroben, Algen etc. entfernt.

Alternativ kannst Du Dir mithilfe von Aktivkohle, zum Beispiel aus dem Fischereibedarf, und ein bisschen Zubehör bei Bedarf selbst einen Kohlefilter bauen.

Mittels Umkehrosmose

Chemische Rückstände kannst Du auch mittels Umkehrosmose aus Deinem Wasser filtern. Das ist im Krisenfall nützlich, aber auch im Alltag bei Leitungswasser zu empfehlen.

Beachte bitte, dass auch das vielgepriesene Leitungswasser keineswegs ganz frei von Rückständen auch chemischer Natur ist. Dies kannst Du ganz einfach dem Infektionsschutzgesetz entnehmen, welches den Rahmen für die Trinkwasserverordnung darstellt. Es besagt in § 37 Absatz 1: „Wasser für den menschlichen Gebrauch muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist.“ Das bedeutet also nicht, dass Dein Trinkwasser aus der Leitung komplett frei von Rückständen ist.

Umkehrosmose funktioniert kurz gesagt wie folgt:

Rohwasser wird gegen eine halbdurchlässige Membran gepresst, die nur für (die sehr kleinen) Wassermoleküle durchlässig ist, aber nicht für Salze, Schadstoffe, Medikamentenrückstände oder auch Mikroplastik. Überlege also, Dir bei Bedarf eine Osmoseanlage für zuhause anzuschaffen. Du kannst entweder eine mobile Anlage neben Deine Kaffeemaschine stellen, z. B. diese hier, oder Du installierst eine feste Osmoseanlage an Deinem Wasseranschluss in der Küche. Der mobile KFLOW beispielsweise filtert Schadstoffe wie Blei, Chlor, Fluorid, Schwermetalle, Quecksilber, Chrom, Arsen oder Radium aus deinem Wasser.

Beachte bitte auch, dass das Wasser nach der Osmose auch quasi keine Mineralien mehr enthält und Du es remineralisieren solltest. Das kannst Du wie folgt tun: eine Prise Salz oder im Notfall auch Sand oder Erde, zwei Tropfen einer selbsthergestellten Sole (gesättigte Salzlösung) auf einen Liter oder mittels bestimmter Zubehörkartuschen für Osmoseanlagen.

Wasser destillieren

Du kennst es aus dem Haushalt: Destilliertes Wasser ist vollkommen rein, enthält also keine Verunreinigungen mehr. Für zuhause kannst Du eine Kleindestille kaufen, die Du auch für die Herstellung von Ölen oder Naturkosmetik verwenden kannst.

Unsere Empfehlung: CopperGarden Tischdestille Arabia

Unterwegs kannst Du das Wasser auch mittels Sonnendestille entsalzen und somit Meerwasser in Trinkwasser verwandeln. Dafür musst Du erst mit Deinem Klappspaten, den Du hoffentlich in Deinen Fluchtrucksack oder Wandergepäck gesteckt hast, eine Grube ausgraben. Über diese spannst Du eine Folie, die Du in der Mitte mit einem Stein beschwerst, und stellst auf den tiefsten Punkt der Grube einen Becher, in den dann das aus der Grube aufsteigende und an der Folie sich sammelnde Wasser hineinfällt.

Beachte bitte, dass diese Verfahren mehrere Stunden dauern kann und auch nur tagsüber bei hinreichenden Temperaturen funktioniert. Alternativ kannst Du auch Wasser in einem Topf über einem Lagerfeuer destillieren. Wichtiger Hinweis: Destilliertes Wasser enthält keine Mineralien mehr und ist somit als Trinkwasser regelmäßig nicht geeignet. Es muss ebenso wie Osmosewasser vor dem Genuss remineralisiert werden.

3. Filtern von mikrobischen Verunreinigungen:

Um Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Parasiten zu entfernen, musst Du das Wasser entkeimen. Diesen dritten Schritt zeigen wir Dir in einem eigenen Artikel.

Wichtig!! Erst wenn Du Dein Wasser von allen drei Verunreinigungstypen befreit hast, kannst Du es trinken!

In folgender Tabelle findest Du alle Informationen zu Wasser filtern und entkeimen kompakt auf einen Blick. Am besten Du druckst dir dieses aus, um sie im Anwendungsfall zur Hand zu haben.

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